Rasseportrait Bengalkatzen

Bengalkatzen erfreuen sich einer immer größer werdenden Fangemeinde unter den Katzenfans. Dies ist nicht zuletzt der Tatsache zuzuschreiben, dass es sich hierbei um eine im Grundwesen wilde Rasse handelt. Aber ebenso faszinieren ihr außergewöhnliches Aussehen und der besondere Charakter der noch jungen Rasse. Als Rassekatze wurde die Bengal erst im Jahr 1991 vom Rasseverband TICA anerkannt. In den nachfolgenden Bengalkatzen Informationen wird diese zauberhafte Rasse genauer vorgestellt.

Herkunft & Lebensraum der Bengalkatzen

Entstanden ist diese Kurzhaarkatze in den 1960er Jahren aus der Verpaarung von asiatischen Leopardkatzen, einer kleinen Wildkatzenart (Asian Leopard Cats / ALC), die noch heute im Süden von Indonesien bis zum Himalaja beheimatet ist, und einem Hauskater. Verantwortlich für die erste Hybridkatze überhaupt war die Genetikerin Jean Mill, die eine Katze mit der typischen Leopardzeichnung, einem geschmeidig-schlanken Körperbau, aber dem Charakter einer Hauskatze züchten wollte. Jedoch sind die ersten Versuche misslungen, die Kater der F1 bis F3-Generation waren zeugungsunfähig, lediglich die Kätzinnen waren in der Lage, für weitere Nachkommen zu sorgen. Um dieses Problem zu beheben, wurden u. a. Burmesen und Abessiner eingekreuzt.

Die verschiedenen Generationen der Bengalkatzen Mixe

Heute unterscheidet man bei den Bengalkatzen unter sechs verschiedenen Generationen. So besitzt die F1-Generation (ALC gekreuzt mit einer Hauskatze) einen Wildanteil von 50 %, die F2-Generation (F1 und Hauskatze) 25 % Wildanteil sowie die F3-Generation (F2 und Hauskatze) noch immerhin 12,5 % Wildanteil. Bengalkatzen ab der F4-Generation werden aufgrund der Tatsache, dass sie lediglich noch einen Wildanteil von 6,25 % aufweisen, als voll domestiziert angesehen und dürfen auf Ausstellungen vorgestellt werden. Nach der F5-Generation werden die Bengalen als SBT-Generation (Studbook tradition) bezeichnet, da sich ihr Wildanteil auf weniger als 2% beläuft.

Die wichtigsten Merkmale und Eigenschaften der Bengalkatzenrasse

Bengalkatzen sind von der Größe her mittel bis groß im Verhältnis zu unseren herkömmlichen Hauskatzen. Dabei ist ihr Körperbau athletisch-muskulös, aber gleichzeitig elegant und geschmeidig. Dies spiegelt sich auch in ihrer enormen Sprungkraft wieder. Die Kätzinnen wiegen gemittelt ungefähr 4 kg, während die Katzer problemlos bis zu 7 kg schwer werden können. Durchschnittlich liegt dessen Gewicht allerdings bei 5,5 kg. Ausgewachsen erreichen sie eine Schulterhöhe von circa 40 cm und eine Körperlänge von 100 cm. Beeindruckend ist ihre Schwanzlänge, die bis zu 25 cm betragen kann. Bengalen sind mit circa zwei Jahren ausgewachsen und komplett ausgebildet.

Wie alt diese Katzenrasse wird, obliegt verschiedener Faktoren, wie u. a. einer artgerechten Fütterung. Grundsätzlich ist bei Bengalkatzen die Lebenserwartung genauso hoch, wie bei allen anderen Hauskatzen auch, wenn sie entsprechend gut gepflegt und versorgt werden. Auch regelmäßige Tierarztbesuche sind notwendig, um mögliche Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Bengalkatzen: Farben und Zeichnungen

Wer eine Bengal zum ersten Mal sieht, wird an einen zu klein geratenen Leoparden denken, wofür das wie zufällig gepunktete Fell (Spotted) verantwortlich ist. Die Bengalkatze Marble zeichnet sich durch ein marmoriertes Fell aus. Auffällig bei dieser Rasse sind die Augenfarben, die – je nach Fellzeichnung – variieren können. So sind die Augen bei Points Aquamarin, Blau, Blau-grün, Grün oder Gold. Bei den Marble sind lediglich die Augenfarben Braun, Grün oder Gold zu finden.

Vielseitig sind die Fellfarben der Bengalen. Die ursprünglichste und bei Katzenfreunden beliebteste Variante ist die Brown Bengal. Hier ist die größte Palette an Grundfarben zu finden, die sich von Grau-braun über Rot-braun bis hin zu warmen Goldtönen hinziehen kann. Bei dieser Farbgebung wird der Katzenliebhaber in der Regel die Augenfarben Grün oder Gold vorfinden.

Die Silver Bengal besticht durch eine silbrig schimmernde und fast weiße oder aber komplett silberne Grundfarbe sowie einer deutlich schwarzen Marble- oder Rosettenzeichnung. Bei dieser Variante wird man die Augenfarben Gold oder Grün finden.

Ebenfalls sehr beliebt sind die Snow Bengal, die sich in drei unterschiedlichen Variationen unterscheidet, die genetisch bedingt sind.

  • Die Seal Lynx Point besitzt das Siam-Gen und ist somit die hellste Snow Bengal.
  • Bei der Seal Mink ist das Tonkinesen-Gen verantwortlich, sodass die Snow in der Grundfarbe Creme, Elfenbein oder Gelb-braun ist. Die Zeichnung erinnert an Karamellschokolade.
  • Die Seal Sepia zählt zu den dunkelsten Bengalen der Variante Snow und verfügt über die eindeutigste Zeichnung. Ausgewachsen erinnert sie mehr an einen hellbraunen Bengalen, wofür das Burmesen-Gen verantwortlich ist.

Die pfirsichfarbene Grundfarbe mit einer blau-grauen Zeichnung ist typisch für die Blue Bengal. Allerdings ist diese Farbgebung im Rassestandard nicht anerkannt, da das Verdünnungsgen, welches schwarze Pigmente in ein Blau verwandelt, in Wildkatzen nicht eines natürlichen Vorkommens obliegt.

Alle Farben unterscheiden sich in zwei Farbzeichnungen: Melanistic und Charcoal. Grundsätzlich sind alle zwei Zeichnungen bei allen Farben möglich. Die Charcoals zeichnen sich durch eine dunkle Maske im Gesicht und weißen Rändern unter den Augen aus. Ebenfalls typisch ist ein dunkler und breiter Streifen, der sich über die Mitte des Rückens entlangzieht. Bei der Zeichnung Melanistic erscheint die Bengal deutlich dunkler, die Zeichnung ist lediglich bei entsprechendem Licht erkennbar. Typisch hierbei sind die fast komplett schwarzen Pfötchen und der dunkle Schwanz.

Charakter & Wesen der Bengalkatze

Der Bengalkatzen Charakter verzaubert jeden Katzenfreund. So sind sie als überaus intelligent zu bezeichnen, was ihrer Lernfähigkeit sehr zugutekommt. Apportieren von Bällen oder Spielzeug gehört zu ihren Lieblingsbeschäftigungen. Darüber hinaus gelten sie als selbstbewusst, neugierig, zutraulich, sehr freundlich und enorm verschmust, weshalb sich die Bengalkatze als Haustier hervorragend eignet. Aber gleichzeitig sind sie sehr anhänglich und verspielt, sodass sie ständig beschäftigt werden wollen. Sie zählen zu den wahren Plaudertaschen unter den Katzen, die dem Halter ihre Erlebnisse des ganzen Tages mitteilen möchten. Damit wird deutlich, dass sie extrem menschenbezogen sind. Dies sollte jedoch nicht zu dem Irrglauben führen, dass sie keine kätzische Gesellschaft benötigen. Ohne jeglichen Artgenossen, den nun mal kein Mensch ersetzen kann, würden sich Verhaltensauffälligkeiten einstellen.

Zu den wichtigsten Bengalkatzen Eigenschaften zählen die unglaubliche Sprungkraft und ihr wildes Aussehen. Dies ist das Erbe ihrer Verwandten aus der Wildnis, welches sie sich bis heute bewahren konnten, was aber nicht bedeutet, dass die Bengalkatzen aggressiv sind. Vielmehr sind sie – bei entsprechender Aufzucht durch einen seriösen Züchter – sanftmütige Wesen. Aber ebenso haben sie die Liebe zum Wasser von der ALC übernommen. Vor ihnen sind kein Planschbecken, kein tropfender Wasserhahn, keine Badewanne und keine Dusche sicher. Wer sich also unter die allmorgendliche Dusche stellt, wird mit kätzischer Gesellschaft leben müssen.

Bengalkatzen für Allergiker

Es ist nicht immer einfach, die richtige Katze für sich zu finden, wenn man mit einer Tierhaarallergie zu kämpfen hat. Die meisten Katzen sorgen für Ausschläge, tränende und geschwollene Augen, Atemnot und noch weiteren Beschwerden. Nur wenige Katzenrassen lösen die Allergie nicht aus, was mit der besonderen Fellstruktur zu tun hat. Bengalen verfügen genau über solch eine spezielle Zusammensetzung des Fells. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Katzen verlieren sie fast keine Haare, da sie kein Unterfell besitzen. Um ganz sicher zu sein, bieten seriöse Züchter an, dass zukünftige Käufer zu ihnen kommen und etwa eine Stunde mit einer Bengalkatze spielen können. Bleiben all diese Beschwerden aus, hat man möglicherweise seine zukünftigen Weggefährten gefunden.

Eine Bengalkatze als Haustier - was gibt es zu beachten?

Grundsätzlich eignen sich Bengalen hervorragend als Haustiere, wenn der zukünftige Besitzer einige grundsätzliche Punkte beachtet. So ist die Bengalkatzen Haltung in Deutschland mit den Generationen F1 bis F3 nur mit ausdrücklicher Genehmigung erlaubt. Hierfür ist die Tatsache verantwortlich, dass bei diesen Generationen der Wildanteil noch am höchsten ist und sie entsprechend höhere Ansprüche an ihre Lebensumgebung stellen. Von daher gehört die Haltung dieser Generationen ausschließlich in erfahrene Hände.

Ab der Generation F4 wird keine Genehmigung benötigt. Dennoch sollte man nicht vergessen, dass eine Bengal eine Katze mit einem erhöhten Aufmerksamkeits- und Bewegungspotenzial ist. Von daher sind artgerechte Kratzbäume, an denen sie sich beim Krallenwetzen richtig lang machen können, unerlässlich. Da sie auch gerne klettern, sollten möglichst hohe Kratzmöbel gewählt werden. Für den enormen Bewegungsdrang eignen sich stabile Laufräder, die gegen die Wand aufgestellt werden. Darüber hinaus ist für Bengalkatzen ausreichend Spielzeug, wie Bälle, Fellmäuse und Katzenangeln, als Grundausstattung unerlässlich.

In der Regel leben Bengalen in Wohnungshaltung. Wer die Möglichkeit hat, kann ihr auch gesicherten Freigang zur Verfügung stellen. Dies bedeutet, dass Garten oder Balkon entsprechend katzensicher eingezäunt werden müssen. Bengalkatzen als Freigänger zu halten, ist aufgrund der lauernden Gefahren nicht empfehlenswert. Darüber hinaus führt die Rasse mit ihrem gesamten Erscheinungsbild dazu, dass sie von Fremden mitgenommen werden können.

Grundsätzlich sollte sich der Halter bewusst sein, dass Bengalen selbst bis ins hohe Alter gerne toben und spielen. Von daher ist es wichtig, dass Bengalkatzen nie alleine gehalten werden. Sie benötigen – sowie alle anderen Katzen auch – dringend kätzische Gesellschaft. Dies kann entweder eine zweite Bengalkatze sein, aber ebenso freut sie sich über eine Hauskatze als Spielkumpel, die auch aus dem Tierheim stammen kann. Unbedingt zu beachten ist, dass die Charaktere miteinander harmonieren, das Alter etwa gleich ist und der Spielgefährte vorzugsweise das gleiche Geschlecht hat. Auch eine Integration in einen bestehenden Bestand von mehreren Katzen stellt keine Schwierigkeit dar. Da Bengalkatzen sehr soziale Tiere sind, akzeptieren sie Kinder und selbst Hunde als weiteres vollwertiges Familienmitglied.

Damit sich die schöne Bengal ein langes und gesundes Leben erfreuen kann, ist auf eine gesunde Katzennahrung zu achten. Im Handel sind zahlreiche hochwertige Futtermarken mit einem hohen Fleischanteil und ohne Zucker, Getreide oder Nebenerzeugnisse erhältlich. Dabei ist vor allem darauf zu achten, dass ausschließlich Nassfutter gereicht wird. Trockenfutter begünstigt aufgrund des Wasserentzugs im Körper zahlreiche Erkrankungen, wie Nieren- und Blasenprobleme.

Wichtige Informationen zum Kauf von Bengalkatzen

Die Entscheidung ist gefallen und diese zauberhafte Rasse soll die Familiengemeinschaft bereichern. Nun gilt es, einiges zu beachten. So sollte der Kauf ausschließlich beim seriösen Züchter erfolgen. Diese lassen sich über das Internet über diverse Webseiten finden. Ebenso kann beim Züchterverband TICA ein Züchterverzeichnis angefordert werden. Auch Katzenausstellungen eignen sich hervorragend dazu, sich einen ersten Eindruck über die Rasse zu machen und einen geeigneten Züchter zu finden. Einen seriösen Bengalenzüchter erkennt man beispielsweise daran, dass sich der potenzielle Käufer die Kitten sowie die Elterntiere ganz unverbindlich und direkt vor Ort in aller Ruhe ansehen darf. Ganz wichtig ist es, darauf zu achten, ob die Tiere in einer liebevollen Umgebung mit Familienanbindung aufwachsen und ein gesundes Erscheinungsbild haben. Ebenso sollten sie – wie es sich für Bengalen gehört – neugierig und liebevoll sein. Dies gilt auch für die Eltern. Scheue und zurückhaltende Elterntiere sind bereits ein Alarmzeichen, sodass sich der Käufer besser zurückziehen sollte.

Auf Fragen sollte freundlich sowie kompetent geantwortet werden. Gleichzeitig möchte der Züchter natürlich auch die neuen Eigentümer ihrer Kitten kennenlernen. Weiterhin sollten alle gesundheitlichen Checks bei den Kitten sowie alle wichtigen Untersuchungen und Tests bei den Eltern und Großeltern durchgeführt und nachweisbar sein. Hierzu zählen HCM-Schall (Herzerkrankung) und genetische Tests, wie PKD und weitere. Nur wenn die Eltern absolut gesund sind, können sie gesunde Kitten hervorbringen. Die Herausgabe des dazugehörigen Stammbaums für die Kitten sollte selbstverständlich sein. Einige Züchter reichen sogar eine Ahnentafel mit. Wenn dem Käufer ein Züchter nicht zusagt, sich ein ungutes Bauchgefühl einstellt oder der Züchter seltsam verhält, ist es besser, von dem Kauf abzusehen und einen neuen Züchter zu suchen.

Bengalkatzen können, wie alle anderen Katzen auch, bereits ab dem 3.-4. Monat geschlechtsreif werden. Ein seriöser Züchter wird die Jungtiere an Liebhaber jedoch ausschließlich kastriert ab frühestens der 16. Woche abgeben. Eine Kastration ist bereits in diesem Stadium problemlos möglich. Darüber hinaus sollten sie geimpft sowie gechipt sein und keinerlei Darmparasiten, Flöhe oder sonstige Erkrankungen aufweisen. Auch hierüber sollte sich der Käufer alle Bescheinigungen sowie den Impfpass aushändigen lassen.

Falls bisher noch keine Stubentiger vorhanden sind, steht die Überlegung im Raum, gleich zwei Bengalen zu übernehmen. In diesem Fall empfiehlt es sich, ein Geschwisterpärchen auszuwählen, die sich gut verstehen. Diverse Züchter geben bei der Übernahme von zwei Kitten sogar einen Rabatt.

Wie teuer ein Bengalkitten ist, ist abhängig von Alter der Jungtiere, der F-Generation sowie der Farbe. So kostet ein Kitten in der typischen Farbgebung Brown Bengal im Durchschnitt zwischen 800 und 900 Euro. Für seltenere Farben wie die Snow Bengal werden etwa 1.200 Euro fällig. Bei diesen Beträgen handelt es sich um Liebhaberpreise. Die Preise für Züchter, die auf der Suche nach Kitten sind, liegen weitaus höher ab etwa 2.000 Euro. Die Abgabe erfolgt ausschließlich gegen Vorlage entsprechender Verbandsunterlagen.

Auch wenn der Preis so manchem zukünftigen Bengalenbesitzer hoch erscheinen mag, so sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass damit die Kosten bei einer seriösen Zucht keineswegs vollständig gedeckt geschweige eine Gewinnerzielung erreicht werden kann. Eine Zucht dient in allererster Linie dem Rasseerhalt und wird in der Regel von den Züchtern als Hobby mit viel Liebe für die wunderbaren Geschöpfe gesehen.